Logistikwissen

Logistikratgeber - Incoterms

Ratgeber Incoterms 2010 Was sind Incoterms? Die Internationale Handelskammer hat 1936 erstmals Incoterms aufgestellt. Dabei handelt es sich um freiwillige Klauseln zur Regelung von handelsüblichen Vertragsformen, vor allem für den internationalen Handel. Sie Regeln den Gefahr- und Transportkostenübergang in einem Handelsgeschäft zwischen Verkäufer und Käufer. Dabei kann auch zwischen Ein- und Zweipunktklauseln unterschieden werden. Bei Einpunktklauseln erfolgt der Gefahren- und Kostenübergang gleichzeitig, wobei sich diese Zeitpunkte bei Zweipunktklauseln unterscheiden. Die Bezeichnungen der Incoterms werden zur einfacheren Verwendung jeweils mit 3 Buchstaben abgekürzt. Obwohl es manchmal so scheint, haben sie keine allgemeine Gesetzeskraft, sondern müssen von den Vertragsparteien explizit in einem Vertrag erwähnt werden, damit sie zum Tragen kommen. Seit der Erstausgabe 1936 wurden mehrere Male Anpassungen vorgenommen. Damit klar ist, welche der Formen in einem konkreten Vertrag gemeint ist, wird jeweils die entsprechende Jahreszahl dazu angegeben (bspw: Incoterms 2010). In der Regel werden jeweils die aktuellsten Incoterms bei einem Vertragsabschluss verwendet. Änderungen 2010 Bei der letzten Anpassung 2010 wurde die Anzahl der Incoterms von 13 auf 11 reduziert. Dabei sind 4 davon der See- und Binnenschifffahrt vorbehalten (CIF, CFR; FAS, FOB). Die übrigen 7 Regeln sind allgemein gültig und können auf jede Transportart angewendet werden. Des Weiteren werden die Incoterms in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Incoterms einer Gruppe haben gemein, dass der der Kosten- und Gefahrenübergang nach dem gleichen Grundprinzip erfolgen. Ausserdem nehmen die Pflichten des Käufers von Gruppe zu Gruppe zu und die des Verkäufers nehmen ab. Gruppe E: In dieser Gruppe auch "Abholklausel" genannt, befindet sich nur EXW Gruppe F: Diese fasst die Absendeklauseln ohne Übernahme der Kosten durch den Verkäufer für den Haupttransport zusammen. (FCA, FAS, FOB) Gruppe C: In dieser Gruppe der Absendeklauseln übernimmt der Verkäufer die Kosten für den Haupttransport (CFR, CIF, CPT, CIP) Gruppe D: Diese Gruppe wird auch Ankunftsklauseln genannt. (DAP, DAT, DDP) Welche Incoterms gibt es (Fassung 2010)? Nachfolgend sehen Sie die komplette Liste der Incoterms 2010 mit ihrer englischsprachigen Herkunft und der jeweiligen Deutschen Übersetzung. Dazu wird ebenfalls die jeweils notwendige Ortsangabe erwähnt. EXW – EX Works / ab Werk – Standort des Werks FCA – Free CArrier / Frei Frachtführer – Standort des vereinbarten Frachführers FAS – Free Alongside Ship / Frei längsseits Schiff – vereinbarter Verladehafen FOB – Free On Board / frei an Bord – vereinbarter Verladehafen CFR – Cost and FReight / Kosten und Fracht – vereinbarter Bestimmungshafen CIF – Cost Insurance Freight / Kosten, Versicherung und Fracht bis zum Bestimmungshafen – Kostenübergang ab Bestimmungshafen, Gefahrübergang am Verschiffungshafen DAT – Delivered At Terminal / geliefert Terminal – vereinbartes Terminal DAP – Delivered At Place / geliefert benannter Ort – vereinbarter Lieferort CPT – Carriage Paid To / Fracht bezahlt bis – vereinbarter Bestimmungsort CIP – Carriage Insurance Paid / Fracht und Versicherung bezahlt – vereinbarter Bestimmungsort DDP – Delivered Duty Paid / geliefert Zoll bezahlt – vereinbarter Lieferort im Einfuhrland Die nachfolgende Grafik verdeutlicht die einzelnen Incoterms nochmals in bildlicher Form zum leichteren Verständnis.

Incoterms in der Praxis Auf den ersten Blick scheinen die Incoterms so ziemlich alles zu Regeln was die Kostenübernahme für Transport, Verzollung etc. angeht. Allerdings sieht das in der Praxis oft anders aus. Die Incoterms bieten immer wieder Interpretationsfreiraum und können unterschiedlich angewandt werden. Gerade die jeweils verwendete Ortsangabe kann grosse Auswirkungen haben. Ausserdem können trotz klarer Regelung in verschiedenen Fällen Risiken und ungewollte Kosten entstehen. Aber wie kann das vermieden werden? Hier ein paar wichtige Tipps: CIF vs. FOBGerne bestellen Unternehmen ihre Waren CIF mit Ortsangabe des jeweiligen Zielhafens (bspw. "Hamburg"). Dies kann schnell zu hohen ungewollten Kosten führen. Lager- und Handlingsgebühren sind in grossen Seehäfen extrem hoch. Im Falle von CIF Zielhafen müssen Sie als Empfänger dann für die Abholung sorgen und auch für diese Lager- und Handlingsgebühren bis zur Abholung aufkommen. In diesen grossen Häfen kann das allerdings schwierig werden, wenn Informationen zwischen Handlingsfirma im Hafen, Ihnen und Ihrem Spediteur nicht reibungslos fliessen. Oft müssen Sie dann sehr kurzfristig ein Fahrzeug in den Hafen schicken und das noch bei kleinen verfügbaren Zeitfenstern. Funktioniert dieser ganze Ablauf nicht reibungslos häufen sich schnell horrende Kosten für Lagerung und Handling an, die Sie als Empfänger bezahlen müssen. Vermeiden Sie dieses Risiko indem Sie beispielsweise FOB Ausganghafen vereinbaren. Dadurch haben Sie den gesamten Ablauf nach Verladung der Ware auf das Schiff im Griff und können somit unnötige Kosten durch Reibungsverluste vermeiden. Alternativ könnten Sie auch CIF mit Angabe eines Ortes in Ihrer Nähe oder direkt in Ihr Lager vereinbaren. Damit erreichen Sie ebenfalls den gewünschten Effekt. DDP - mit oder ohne Mehrwertsteuer?Gerade bei der Variante DDP scheiden sich oft die Geister daran, was alles darin enthalten ist. Generell gibt es zwei Interpretationen. Wörtlich übersetzt heisst diese Variante "geliefert Zoll bezahlt". Oft wird hierbei aber vorausgesetzt, dass auch die Mehrwertsteuer bereits mitbezahlt ist. Dies kann zu Misverständnissen und Unmut führen. Zu beachten gilt dabei auch, dass bei der Interpretationsvariante "Mehrwertsteuer bezahlt", der jeweilige Absender im Lieferland auch steuerlich registriert sein sollte, um die Mehrwertsteuer wieder einfordern zu können. Kostenübernahme klar geregelt?Der Zeitpunkt der Kostenübernahme des Transports kann mit den Incoterms und entsprechenden Ergänzungen klar geregelt werden. Der Einfachheit halber kommt es dennoch vor, dass ein Transportauftrag durch eine Partei vergeben wird, die für die entsprechende Strecke vertraglich nicht zuständig wäre. Der Spediteur kommt im Zweifelsfall auf den entsprechenden Auftraggeber zu, der für die Kosten aufkommen muss - auch wenn das vertraglich anders vorgesehen gewesen wäre. 3 zentrale Praxistipps Geben Sie zum Incoterm den jeweils relevanten Ort an, um Interpretationsspielraum und Missverständnissen soweit möglich vorzubeugen. Wenn Sie DDP liefern, klären Sie die Mehrwertsteuerfrage und melden Sie sich gegebenenfalls steuerlich an. Achten Sie auf mögliche Risiken im Transportablauf und riskiren Sie nicht unnötige Kosten, indem Sie einen kritischen Teil des Transports nicht in der Hand haben. Und klären Sie mit Ihrem Kunden oder Lieferanten im Voraus klar, wer für welchen Teil des Transports zuständig ist und entsprechend die Aufträge erteilt.

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Die SG Spedition erweitert ihr Lager

Eine Drehscheibe für Europa - Erfolgreiche Lager und Distributionslogistik

SG Spedition Lager Aussen Seit 1999 betreibt die SG Spedition erfolgreich ihr EU Lager in Gottmadingen. Mit seiner äusserst verkehrsgünstigen und grenznahen Lage bietet der Lagerstandort viele Vorteile. Das Lager ist vielfältig nutzbar und bietet den Kunden der SG Spedition einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Egal ob von der Schweiz in die EU oder umgekehrt - mit unserem Lager und unseren Transportleistungen schaffen wir für unsere Kunden höchsten Lieferservice.

Zusätzlich zu den bereits bestehenden 22'000 m2 Hallenfläche haben wir nun 10'000 m2 Aussenfläche hinzugefügt. Damit kommen wir neu auf über 30'000 m2 Lagerfläche! Speziell für unsere Kunden aus dem Bausektor bietet dies weitere Möglichkeiten und schafft in Zukunft Platz in unseren Hallen für verschiedenste Produkte. Vom Fernseher bis zum Stahlprofil bieten unsere Hallen viele Möglichkeiten. Wir schaffen für Sie die Verbindung zu Ihren Kunden in der EU oder der Schweiz.

Die Basis

Die ideale Lage des Standorts ist allerdings bei Weitem nicht der einzige Erfolgsfaktor für unser Lager. Unsere zuverlässigen Mitarbeiter sind unermüdlich im Einsatz, unseren Kunden den bestmöglichen Service zu bieten. Hier wird nicht nur abgearbeitet, sondern stets mitgedacht. Die oft heiklen Produkte unserer Kunden werden mit grosser Sorgfalt gehandhabt – gerade bei einigen Produkten, die zusätzlich extrem sperrig sind ist dies nicht immer eine leichte Aufgabe. Mit ihrer langjährigen Erfahrung im Umgang mit solchen Produkten und ihrem Willen für unsere Kunden stets die beste Leistung zu bringen meistern unsere Mitarbeiter diese Aufgabe.

Weiterer Ausbau

Bei diesen neu über 30'000 m2 möchten wir aber nicht stehen bleiben. Um Kapazität für den erfolgreichen Ausbau des Geschäfts unserer aktuellen Kunden und unserer zukünftigen Kunden sicherzustellen sind weitere ca. 10'000 m2 Hallenfläche geplant. Diese können aktuell noch auf Kundenwunsch angepasst werden, um die optimalen Voraussetzungen für weitere erfolgreiche Kooperationen zu schaffen. Die Kombination unseres Lagerstandorts mit unseren zuverlässigen Transportleistungen ermöglichen uns beste Logistiklösungen anzubieten. Wir freuen uns mit unseren Kunden in Zukunft weiter zu wachsen!

Big Data in Supply Chains nutzen: Möglichkeiten und Realität

Big Data in Supply Chains in der Schweiz

Big Data Die Spionage von Daten und die erhobenen riesigen Datenmengen über das eigene Nutzungs- und Konsumverhalten verunsichert viele Menschen. Das gilt auch für die Schweiz. Allerdings ist Big Data weit mehr als ein Mittel zur Spionage. Die erhobenen riesigen Datenmengen ermöglichen eine bessere Verzahnung von verschiedenen Systemen und Abfragen in Echtzeit. Vor allem in den Supply Chains und grundsätzlich in der Logistik stossen die herkömmlichen Methoden immer wieder an ihre Grenzen. Big Data könnte dann durchaus helfen.

In Supply Chains werden immer mehr automatisierte Prozesse genutzt und benötigt. Die Daten wollen ausgewertet und verknüpft werden. Ohne diese Prozesse sind die Möglichkeiten der Logistik nicht optimal umsetzbar. Die klassischen Methoden und Systeme sind aber zunehmend überlastet und können zum Teil gar nicht mehr die perfekte Verzahnung aller Optionen bieten. Eine interessante Lösung wären die Systeme und die Datenmengen aus dem Bereich der Big Data.. Allerdings werden die riesigen Datenmengen noch nicht unbedingt so genutzt, wie es möglich wäre.

Was ist mit Big Data gemeint?

Big Data meint auf Deutsch nichts anderes als grosse oder riesige Datenmengen. Diese Daten können mit den klassischen Methoden der Datenverarbeitung nicht verarbeitet oder ausgewertet werden. Es werden neue Methoden genutzt und dadurch werden sehr grosse Mengen an Daten erfasst, gespeichert und analysiert. Es handelt sich um einen Sammelbegriff, der vor allem im Bereich der Überwachung bekannt ist. Deshalb hat Big Data sicherlich einen eher schlechten Ruf erhalten und oft ist gar nicht bekannt, welche Möglichkeiten die damit verbundenen Informationen bieten. Allerdings müssen diese auch entsprechend ausgewertet werden.

Aus diesen Technologien und Quellen stammen Big Data:

  • Aufzeichnungen von Überwachungssystemen
  • Aufzeichnungen elektronischer Geräte. Ein gutes Beispiel sind die beliebten Fitnesstracker, Smartwatches oder Systeme wie GPS
  • Social Media
  • Bank- oder EC-Karten und die daraus über den Kunden gewonnenen Daten

Möglichkeiten und Anforderungen rund um Big Data

Komplexe Datenmengen und die Notwendigkeit von Echtzeit-Daten stellen die Systeme der Logistik schon jetzt vor Probleme. Vor allem bei der Analyse von Daten aus dem Betrieb werden grosse Möglichkeiten gesehen. Big Data könnte Verkaufsdaten, Kundendaten und die Systeme analysieren und einen Mehrwert bieten. Bei der Verbesserung von Supply Chains sind aber Daten aus dem Social Media Bereich eher weniger wichtig. Die Daten aus den Verkäufen, vom Warenwirtschaftssystem und grundsätzlich aus der Logistik sind aber etwas anderes. Problematisch wird die Auswertung der Datenmengen. Das erfordert nämlich Fachkenntnisse und dieses Wissen ist eben noch nicht weit verbreitet. Big Data bietet somit viele Möglichkeiten einer Optimierung. Allerdings muss für eine optimale Nutzung noch viel verändert werden. Die weitere Entwicklung aus diesem Bereich bleibt somit für eine bessere Integration in Unternehmen abzuwarten.

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